Natürlich haben wir für unseren RawFood Award 2017 wieder eine erstklassige Jury ausgewählt, die gemeinsam mit uns eure Rezepte ausprobieren und verkosten wird. Nach und nach möchten wir euch unsere Jurymitglieder gerne vorstellen. Weiter geht es mit René Natzel, den wir auf ein kurzes Interview getroffen haben.

 

 

Stelle dich kurz vor, wer bist du und was machst du?

Mein Name ist René Natzel. Ich lebe über den Dächern Berlins, bin Creative Director für nationale und internationale Marken, schreibe und spiele Musik für und mit Bands dies- und jenseits des Atlantiks, und war mal Kunstturner, Tennisspieler und Kampfsportler. Weiterhin beobachte ich gerne, was in der bildenden Kunst passiert, freue mich bei Literatur am meisten über Fachbücher, und finde das Leben an sich eigentlich sehr gut.  

 

Welcher Punkt in Deinem Leben hat dich dazu gebracht, dich für eine vegetarische, vegane, oder roh-vegane Ernährung zu entscheiden?

Eigentlich gab es da keinen bestimmten Punkt oder Ereignis. Vielmehr war das bei mir bisher immer eine Verkettung von Dingen, die mir logisch und richtig erschienen. Als Hintergrund erzähle ich anhand einiger Eckdaten mal kurz, wie ich initial zur pflanzlichen Ernährung gekommen bin.

Im Alter von 10 Jahren bin ich durchs Skateboardfahren in die Hardcore Szene gekommen. Für diejenigen, die sich nicht mit dem Thema auskennen oder näher befassen, kann ich grob erklären: “Hardcore” ist eine Musikrichtung und Bewegung, die sich aus dem Punk entwickelt hat und inhaltlich im Vergleich dazu tendenziell eher konstruktiv geprägt ist. Zu der Zeit – Mitte der 1980er Jahre – habe ich den Song “Chicken Squawk” der Band MDC gehört. Der Song handelt davon, wie Tiere gehalten, gequält und für unser Essen getötet werden. Ein paar Jahre später hat dann auch die Straight Edge Band "Youth Of Today" mit ihrem Song “No More” zum gleichen Thema eine klare, kritische Aussage getroffen. Da ich beide Bands, aber vor allem "Youth Of Today", super fand, habe ich mit 12 Jahren beschlossen, dass ich Vegetarier bin. Das war 1988. Meine Eltern haben zuerst komisch geguckt, fanden das dann aber doch irgendwie ganz gut und haben mich darin bestärkt und unterstützt. Wir dürfen nicht vergessen, dass es zu der Zeit genau 1 Sorte Sojamilch und 1 Sorte Tofu gab – die heutige Auswahl war undenkbar. Ein paar Jahre späte hat mir ein Freund, der bereits Veganer war, das Buch “Fit For Life” gegeben. Nach der Lektüre war mir klar – vor allem auch als Sportler – dass Veganismus der nächste Schritt sein müsse. Den habe ich dann mit 16 gemacht.

Seit ein paar Jahren ist ein Großteil meiner Ernährung vegan rohköstlich, wobei ich aber immer noch gekochte Sachen zu mir nehme.

 

Welche Auswirkungen hatte die Ernährungsumstellung auf Dich?

Da ich ja bereits als Kind bzw. Jugendlicher damit aufgehört habe, tierische Produkte zu mir zu nehmen, kann ich gar nicht so genau sagen, welche Auswirkungen die damalige Umstellung auf mich hatte. Tatsächlich war ich das letzte Mal im Alter von 8 Jahren krank (ich rede jetzt nicht von 1 Tag Husten im Winter o.ä.), hatte noch nie einen Knochen gebrochen und fühle mich generell sehr vital und lebendig.

Aber neben den Vorteilen auf der körperlichen Ebene, hat die pflanzliche Ernährung mich als Mensch generell dafür sensibilisiert, ein Thema wie Nachhaltigkeit ganzheitlich zu betrachten und über den Tellerrand hinauszudenken. 

 

Wie gehen Freunde und Familie damit um?

Meine Freunde und Familie sind bunt gemischt und bestehen aus vielen sehr unterschiedlichen und sehr interessanten Menschen. Die kennen mich ja nicht anders, finden das aber alle generell ganz gut, glaube ich. Das heißt, beim Essen wird meine Ernährungsweise netterweise immer mit berücksichtigt. Als Dankeschön gibt’s von mir auch keine vegan Bergpredigt oder so etwas. 

 

Was fasziniert Dich besonders an dieser Art der Ernährung?

Insgesamt halte ich die rein pflanzliche Ernährungsweise vollumfänglich für die einzige, die wirklich Sinn macht. Und zwar für alle: Mensch, Tier, Planet.

 

Dein Lieblingsrezept?

Für einen Genießer, wie mich ist das natürlich keine leicht zu beantwortende Frage. Über die Jahre habe ich aber festgestellt, dass mein absolutes Lieblingsgericht ein Essen aus Indonesien ist. Und zwar “Gado Gado”. Recht simpel, bestehend aus Sprossen, frischem Gemüse, eingewickelt in ein Salatblatt. Wahlweise mit Tofu, aber immer mit Erdnusssauce. Neulich war ich auf Bali und somit direkt an der Quelle – perfekt!

 

Welche sind Deine liebsten Superfoods?

Da gibt’s eine ganze Reihe von Superfoods, die ich gut finde. Chlorella und Spirulina landen täglich in meinen Säften und Smoothies. Daher kann ich sie schon mal als Erstes erwähnen. Weiterhin nehme ich auch gerne rohen Kakao oder Baobab zu mir. Ansonsten findet man in meiner Küche meistens noch Leinsamen, Brennnesseln, Ingwer und Kurkuma.

 

Welche Verbindung hast du zu PureRaw?

Als ich noch in New York gelebt habe, haben Kirstin und ich uns dort vor 9 Jahren kennengelernt. Sie hat zu der Zeit als Fotografin gearbeitet und war neu in der Stadt. Unser gemeinsamer Freund Christian, der auch hier in der Jury sitzt, hat damals den Kontakt hergestellt. Schon zu der Zeit hat sie mir von diesem Ding namens “Rohkost” erzählt. Fand ich super, aber eher als Zuschauer. Heute bin ich großer Fan und Supporter der Marke und freue mich natürlich total, dass Kirstin & Crew so einen Erfolg haben.

 

In welcher Tätigkeit verlierst du Dich und vergisst Zeit und Raum?

Das kann bei mir bei einigen Sachen passieren. Aber Musik machen ist schon sehr besonders.

 

Was ist aktuell im Fokus Deiner Aufmerksamkeit und welche Projekte liegen Dir für die Zukunft am Herzen?

Auch wenn das jetzt nach dem fiesesten Klischee klingt,ist mein Fokus in erster Linie, gesund und glücklich zu sein. Das ist meine Grundlage für alles weitere – ziemlich einfach. Aktuell bin ich dabei, mit Freunden an neuer Musik zu arbeiten und denke beruflich über ein neues Business nach. Ansonsten freue ich mich jetzt auf den Raw Food Award und feinste Leckereien.