Unsere Jury beim RawFood Award 2016

Natürlich haben wir für unseren RawFood Award 2016 eine erstklassige Jury ausgewählt, die gemeinsam mit uns eure Rezepte ausprobieren und verkosten wird. Nach und nach möchten wir euch unsere Jurymitglieder gerne vorstellen. Wir starten mit Niko Rittenau, den wir auf ein kurzes Interview getroffen haben.

 

Stelle dich kurz vor, wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Niko Rittenau, ich bin studierter Ernährungsberater und gelernter Koch und kreiere nachhaltige und gesunde Essenskonzepte, mit denen wir nicht nur zukünftige Generationen, sondern auch unseren Planeten gesund erhalten können. Ich empfehle aus eben genannten Gründen eine rein pflanzliche Ernährung, weil diese aus meiner Sicht den besten Weg darstellt, um diese Ziele zu erreichen und Tierleid zu verhindern. Dazu bin ich als Speaker auf Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs, gebe Ernährungsseminare und schreibe Kolumnen zu diesem Thema.

Welcher Punkt in Deinem Leben hat dich dazu gebracht, dich für eine vegetarische, vegane, oder roh-vegane Ernährung zu entscheiden?

Der Punkt, der mich als kleines Kind zum dazu gebracht hat, kein Fleisch mehr zu wollen, war die simple Erkenntnis, dass meine geliebten Buletten aus einem toten Tier bestehen. Als ich diesen Bezug zum ersten Mal verstanden habe, wollte ich erstmal kein Fleisch mehr essen. Bis ich dann aber komplett auf Fleisch und Wurstwaren verzichtet habe, sind noch ein paar Jahre vergangen, weil ich auch während meiner Ausbildung zum Touristikkaufmann Fleisch zubereiten musste. Als ich einige Jahre später verstanden habe, dass auch die konventionelle Produktion von Milch und Eiern immenses Tierleid verursacht, habe ich ab dann mit dem Gedanken gespielt, mich vegan zu ernähren, wusste aber nicht, ob das gesund ist oder nicht. Da ich es genau wissen wollte, habe ich in 2013 mein Bachelorstudium der Ernährungsberatung begonnen. Heute kann ich dank meinem fundierten Wissen mit Fug und Recht sagen, dass eine vollwertige, kohlenhydratbetonte und fettreduzierte vegane Ernährung spielend alle Nährstoffe decken kann und eine sehr gesunde Ernährungsform für Menschen jedes Alters darstellt. Was das Thema B12 angeht, gibt es mittlerweile auch spannende Untersuchungen, die zeigen, dass es vermutlich doch aktive und bioverfügbare pflanzliche B12 Quellen gibt. Bis das aber nicht einwandfrei bewiesen ist, empfehle ich trotzdem, dieses eine Vitamin zu supplementieren.

Welche Auswirkungen hatte die Ernährungsumstellung auf Dich?

Ich habe auf körperlicher Ebene gesundheitliche Verbesserung verzeichnen können und kann heute mit reinem Gewissen meine Mahlzeiten zu mir nehmen, da ich weiß, dass ich mein Bestmöglichstes tue, um Leid zu vermeiden und meinen ökologischen Fußabdruck klein zu halten. Und natürlich hatte der Umstieg auf eine vegane Lebensweise auch Konsequenzen auf meinen Kleiderschrank, Pflegeprodukte, Reinigungsmittel, Einrichtungsgegenstände und alle anderen Lebensbereiche, in denen ich seither so gut wie möglich tierleidfrei lebe.

Wie gehen Freunde und Familie damit um?

Meine Familie respektiert und unterstützt meine Entscheidung. Sie sind sehr offen und neugierig und verfolgen meine Arbeit. Da ich seit 2013 in Europas Veganhauptstadt Berlin lebe, habe ich hier auch viele vegan lebende Freunde und diejenigen, die nicht vegan leben, sind der Thematik gegenüber offen.

Was fasziniert Dich besonders an dieser Art der Ernährung?

 Besonders faszinierend an der "High Carb Low Fat" Variante der vollwertigen veganen Ernährung, wie ich sie praktiziere ist, dass sie mit so ziemlich allen Konventionen der Gesellschaft in Bezug auf Ernährung bricht und dabei unter Beweis stellt, wie wirkungsvoll sie nicht nur in der Prävention, sondern auch in der Therapie von vielen Erkrankungen ist.

Dein Lieblingsrezept?

Ich liebe Getreide und Kartoffeln in jeder Form. Egal ob Brot, Pasta, Gnocchi oder Kartoffelpüree - in jeder Form liebe ich den Geschmack und das Körpergefühl von vollwertigen kohlenhydratreichen Mahlzeiten. Diese ergänzt mit viel frischem Gemüse, Nüssen und ein bisschen Trockenobst in einer Gemüsepfanne ist unglaublich lecker, gesund und facettenreich. Richtig lecker finde ich auch eine Pilz-Bolognese, die mit viel frischen Kräutern aromatisiert wurde und ganz lange ganz langsam vor sich hinköchelt, um ihre Aromen perfekt zu entfalten. Das ist viel Arbeit, aber ich versuche mindestens einmal im Monat eine größere Menge davon zu kochen und es portionsweise einzufrieren, um dann so oft wie möglich welche auf Vorrat zu haben.  

Welche sind Deine liebsten Superfoods?

Ich bin ein riesiger Fan von Algen und finde, dass sie zu den spannendsten Lebensmitteln gehören. Sie sind unglaublich vielfältig und es gibt so viele Einsatzgebiete für sie. Die Studienlage ist bei vielen Themen noch am Anfang, aber wenn sich die ersten Studien bestätigen sollte, dann können unterschiedliche Algenarten als B12 Quelle (Chlorella), Kalziumquelle (Lithothamnium Clacareum), Eisenquelle (Chlorella), Anti-Heuschnupfen-Mittel (Spirulina) und generell als sehr chlorophyll- und proteinreiche Lebensmittel eingesetzt werden. Und sie wachsen im Wasser, wodurch sie nicht bewässert werden müssen und nicht zwangsweise Land verbrauchen.

Welche Verbindung hast du zu PureRaw?

Ich kenne Kirstin und PureRaw seit meiner ersten Veggieworld in 2013 und bin seit Beginn Fan ihrer Rohkostkreationen. PureRaw vertreibt viele sehr spannende Produkte und ist für mich eine wichtige Instanz im Health-Food-Bereich.

In welcher Tätigkeit verlierst du Dich und vergisst Zeit und Raum?

 Da gibt es unzählige. Das kann bei einem guten Buch sein, beim Hören großartiger Musik oder auch einfach beim Arbeiten, wenn ich etwas Spannendes recherchiere und dann von einer Quelle zur nächsten gelange und plötzlich der Nachmittag zum Abend wurde.

Was ist aktuell im Fokus Deiner Aufmerksamkeit und welche Projekte liegen Dir für die Zukunft am Herzen?

Ich gebe seit Juli jeden Monat 1-2 Wochenendseminare über gesunde pflanzliche Ernährung in Berlin, in denen ich den Teilnehmern zeige, wie sie mehr Energie, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden durch ihre Ernährung erlangen können. Im Herbst 2017 kommt mein erstes großes Buch, an dem ich nun schon sehr lange arbeite und zusammen mit drei sehr bekannten veganen Köchen aus Deutschland planen für 2017 darüber hinaus noch ein umfassendes Projekt, über das ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so viel sagen kann, aber wer meine Facebook Seite oder meinen Newsletter liest, wird spätestens im November davon erfahren. Das Ziel meiner Arbeit ist es, so vielen Menschen wie möglich die Vorteile und die Wichtigkeit einer pflanzlichen Ernährung aufzuzeigen und sie davon zu überzeugen, dass wir Grundlegendes an unserer Art zu leben, zu essen und zu konsumieren ändern müssen, wenn wir unseren Nachfahren eine gesunde Welt hinterlassen möchten.